Um einen Servomotor als Radantrieb (zum Beispiel für einen Roboter) verwenden zu können, ist es notwendig, ihn ein wenig zu modifizieren, damit er Durchlauf hat (also ganze Kreise drehen kann und nicht stoppt). Vorbereitung: Material Für den Umbau des Servos brauchen wir ein paar Werkzeuge. Wer die Konstruktion später testen will, kann das zum Beispiel mit einer Arduino-Platine tun. Im Folgenden alles erforderliche:

  • Servo (z.B. das RS 2 JR von Modelcraft)
  • kleiner Kreuzschlitz-Schraubendreher
  • Seitenschneider
  • 2 Widerstände: 2,2 kOhm oder 2,7 kOhm
  • Lötkolben und -zinn
  • Klebeband (Tesa-Film)
  • evtl. ein Arduino-Board

1. Schritt: Mechanik Zu erst einmal muss das Servo auseinandergeschraubt werden. Dazu nehmen wir einen kleinen Kreuzschlitzdreher und schrauben die vier langen Schrauben von der Unterseite heraus. Oben kann man jetzt den Deckel abnehmen. Dabei muss man etwas vorsichtig sein, da die Zahnräder leicht herausfallen (außerdem sind sie schmierig). Man sollte sich deren Anordnung unbedingt merken, um sie später wieder passend herein zu bekommen. Nun nehmen wir den Plastikdeckel ab und hebeln den Inhalt der Box vorsichtig mit dem Schraubendreher heraus (die Platine im Inneren mit dem Motor darauf ist dabei etwas hartnäckig; aber keine Scheu). Was haben wir jetzt vor uns liegen? Eine Plastikbox (unwichtig), einen unteren Deckel (unwichtig), Zahnräder (unwichtig), einen oberen Deckel (wichtig) und eine schmale Platine mit dem DC-Motor und einem Potentiometer (wichtig). Kümmern wir uns um den oberen Deckel. Dort finden sich zwei kleine Blockaden in Form eingegossener Stopper. Diese gilt es nun mit einem Seitenschneider zu entfernen. Dann wäre da noch das Potentiometer (das Ding an den drei Drähten). Schneiden wir es kurzerhand ab (keine Angst) – aber nicht zu kurz, wir müssen nachher noch zwei Widerstände anlöten. Nun ist dies irgendwie zu öffnen (man nehme einen Draht und hebele damit herum an den vier Ecken). War dieser Vorgang erfolgreich, findet man wieder Blockaden, ähnlich denen im oberen Deckel. Auch diese müssen entfernt werden – sein wir aber vorsichtig, wir wollen nichts zerstören (mechanisch; elektronisch ist ja keine Verbindung mehr vorhanden). Alles wieder zusammengesteckt, kann das Potentiometer wieder an seinen Platz (dazu nehme man am Besten etwas Klebeband zur Hilfe).

2. Schritt: Elektronik Was fehlt?, könnte man sich jetzt fragen. Ja, die Frage ist gar nicht mal so unangebracht. Aber: Wir haben da noch drei verstümmelte Drähte an der Platine, an denen zuvor noch das Potentiometer hing. Da fließt jetzt Strom hin, wird dort aber nicht verbraucht. Jetzt der Trick: Wir löten einfach zwei Widerstände daran! Da das Potentiometer 5 kOhm verbraucht hat, brauchen wir zwei Widerstände, die addiert einen ähnlichen Wert ergeben – beispielsweise 2 x 2,2 kOhm oder 2 x 2,7 kOhm. Beides ist möglich. Die unteren Enden der Widerstände sind vorher am nächsten Punkt vom Keramikstück zusammenzudrehen, damit wir sie einfacher an den mittleren Drahtstummel löten können. Nun wird es etwas umständlich: Das verdrehte Ende muss an den mittleren Draht gelötet werden, während die oberen Enden der Widerstände jeweils an einem der äußeren Drähte zu befestigen sind. Geschafft? Super! Jetzt müssen wir bloß noch alles wieder in die kleine Box friemeln (und die Widerstände mit Klebeband isolieren, damit sie nicht mit den Drähten des Potentiometers verbunden werden), die Zahnräder und die zwei Deckel oben und unten dranstecken, die Schrauben wieder reindrehen, fertig. Puh.

3. Schritt: Test mit Arduino Zum Abschluss testen wir, ob die modifizierte Konstruktion auch funktionstüchtig ist. Dazu stecken wir das Servo an ein Arduino-Board (merke: gelb = Pin, rot = Strom, schwarz = Masse) und schließen dieses wiederum an den Computer an. In der IDE öffnen wir “File > Sketchbook > Examples > Library-Servo > Sweep”, laden den Code auf den Controller und… dreht sich das Servo beständig? Super, dann hat alles geklappt! Bild: Adam Greig